Warum Du dieses Ostern vegan feiern solltest 

An keinem Feiertag spielen Tiere so eine große Rolle wie an Ostern: Der Osterhase bringt die Eier, die wiederum von Hühnern stammen, und das Osterlamm landet auf den Tellern. Doch geht das nicht auch tierleidfrei?

Ostern ist das wichtigste Fest im Christentum, denn in dieser Zeit wird die Wiederauferstehung Jesu gefeiert. Nach seiner Kreuzigung soll ein Engel das leere Grab Jesu vorgefunden haben, woraufhin er verkündete, dass er auferstanden sei. Das Fest ist so wichtig für Christ*innen, da sie durch dieses zentrale Ereignis an das Leben nach dem Tod glauben können. Die Auferstehung bedeutet für sie den Sieg über den Tod. Doch es feiern auch viele Menschen das Fest, wenn sie nicht religiös sind.

Die Geschäfte füllen sich mit Dekorationsartikeln und Süßigkeiten, Äste werden mit bunten Eiern geschmückt und Osterglöckchen zieren den Esstisch, auf dem gleichzeitig vor allem Speisen mit tierischen Produkten landen. Obwohl die Hauptfiguren an Ostern liebevolle Tiere, wie Küken, der Osterhase und das Osterlamm sind, kommt es gerade dann zu einem erhöhten Konsum dieser Tiere beziehungsweise deren Produkte. Und das, obwohl ironischerweise das Leben gefeiert wird.

Diese Tiere freuen sich, wenn Du dieses Ostern vegan verbringst

Hühner

Weshalb versteckt der Osterhase ausgerechnet Eier? Wie bei so vielen Bräuchen, gibt es auch hier mehrere Geschichten und Erklärungen für den Ursprung dieser Tradition. Doch besonders durchgesetzt hat sich die Symbolik für Fruchtbarkeit. Denn Hasen sind die ersten Tiere, die im Frühjahr Nachwuchs bekommen und auch Eier stehen für neues Leben.

Diese Metaphern scheinen auf den ersten Blick sehr positiv und hoffnungsvoll zu sein, doch verzerrt das die Sicht auf die Realität: Um den an Ostern erhöhten Eierkonsum gewährleisten zu können, müssen Legehennen in der qualvollen Käfig- oder Bodenhaltung zusammengepfercht unter Hochdruck unnatürlich viele Eier legen, was bei ihnen zu Eileiterentzündungen und Knochenschwäche führt. Da sich die männlichen Küken der Legerassen auch schlechter mästen lassen, werden diese immer noch am ersten Lebenstag getötet.

Unter natürlichen Bedingungen würden die Tiere in einer Gruppe leben, nach Herzenslust im Freien scharren und picken und ihre Eier in selbstgebaute Nester legen. Bekannt ist, dass die Glucke, die die Eier bebrütet, schon mit den Küken kommuniziert, bevor sie schlüpfen. Auch nach dem Schlupf bleibt die Bindung der beiden eng und so lernen die kleinen Küken von der Glucke alles, was für ein Hühnerleben wichtig ist. Dazu kann es aber natürlich nicht kommen, wenn Legehennen im Akkord Eier legen müssen, die ausschließlich dem menschlichen Konsum dienen. Das familiäre Beisammensein am Ostersonntag bleibt so also nur menschlichen Familien vergönnt.

 

 

Hasen, Kaninchen und Kühe

Kinder lieben den Osterhasen, denn sie glauben, dass er für sie leckere Süßigkeiten im Garten versteckt. Dabei freuen sie sich auch sehr, wenn sie ihn in Schokoladenform vorfinden. Osterhasen aus Vollmilchschokolade sind allerdings kein Vergnügen für die Kühe, die die Milch liefern und sowohl an Ostern als auch an jedem anderen Tag getrennt von ihren Kälbern unter meist tierunwürdigen Bedingungen leben müssen, damit der Mensch nicht auf Milch verzichten muss.

Die Hauptfigur des Osterfestes, der Osterhase, landet oft auf dem Teller in Form von Hasen- oder Kaninchenbraten. Doch wäre es nicht viel schöner, sich zu freuen, wenn man die Tiere mit den langen Ohren in der freien Natur erspäht, anstatt sie zu jagen und zu mästen? Vor allem die Mastkaninchen müssen leiden, weil sie für den Fleischkonsum der Menschen auf kleinstem Raum in der Massentierhaltung leben und anschließend sterben müssen.

 

 

Lämmer

Lämmer wurden im Christentum gerne als Opfergabe benutzt und auch noch heute gibt es an Ostern vielerorts den traditionellen Lammbraten. Um pünktlich zu Ostern das Schlachtgewicht zu erreichen, werden die Osterlämmer von Fleischschafrassen schon im frühen Winter geboren und oft mit Mastfutter gefüttert. Doch auch die Lämmer anderer Rassen enden meist auf dem Teller: Sie werden allerdings etwas länger aufgezogen, um ausreichend Fleisch anzusetzen. Da eine ganzjährige Weidehaltung in Deutschland wegen der Witterung im Winter meist nicht möglich ist, werden die Lämmer bis zu einem Alter von etwa vier bis sechs Monaten vorwiegend im Stall gemästet. Viel schöner wäre doch, wenn die Lämmer erst gegen Ende des Winters geboren werden, wie es natürlicherweise der Fall wäre, und nicht geschlachtet werden. So könnten sie gemeinsam mit ihren liebevollen Müttern, mit denen sie eine enge Bindung eingehen, den Frühling auf der Weide genießen.

 

 

Wie feiert man Ostern vegan?

Wenn Du dieses Ostern mit der veganen Ernährung starten oder sie einmal ausprobieren möchtest, dann gibt es viele leckere Rezepte, die Dir ein Ostern bescheren, das nicht nur aus der Liebe zu Deinen liebsten Menschen, sondern auch zu den Tieren besteht. Denn ob Du religiös bist oder nicht – an Ostern sollte es um Nächstenliebe gehen. So findest Du in vielen Super- und Biomärkten bereits eine Vielzahl an veganen Alternativen zu konventionellen Süßigkeiten. Ein veganes Osterfrühstück kannst Du also ganz einfach mit Produkten eindecken, die dort erhältlich sind.

Am meisten Spaß macht es aber immer noch, selbst mit Deiner Familie oder Deinen Freund*innen in der Küche zu stehen. Wenn Du Lust auf Rezepte mit dem vertrauten Ei-Geschmack hast, findest Du hier einige Tipps, wie Du Eier ganz einfach ersetzen kannst, zum Beispiel in Form von Rühr-Tofu oder beim Backen. Auch Alternativen zu Milch gibt es zur Genüge, ebenso wie veganen Butter-Ersatz. Wenn Du Lust hast, mal etwas anderes als den üblichen Festtagsbraten auszuprobieren, dann kannst Du Deine Gäste bei Deinem Oster-Brunch mit unserer frühlinghaften Zucchiniquiche aus unserem Kochbuch „Tierschutz genießen“ beeindrucken. Den anschließenden Kaffeekranz kannst Du mit leckeren Möhren-Muffins und veganem „Eier“likör aus unserem „Tierschutz genießen – Das Backbuch“ versüßen.

Traditionelle Desserts kannst Du natürlich auch vegan in das Osterkörbchen zaubern, wie zum Beispiel einen veganen Hefezopf oder ein veganes Osterlamm, die beide völlig ohne Tierleid auskommen. Wenn Dir am Nachmittag noch nach einer deftigen Hauptspeise ist, dann ist unsere vegane Kürbis-Tofu-Lasagne aus unserem Kochbuch eine festliche Wohlfühlmahlzeit.

Darüber hinaus bietet Dir unser Kochbuch natürlich noch viele leckere herzhafte Rezeptideen, die keine Wünsche offenlassen. Und mit den süßen Rezepten aus unserem Backbuch kannst Du Dich das ganze Jahr über durch die vegane Kuchenwelt schlemmen. Weitere Informationen zu unseren Büchern findest Du unter www.tierschutz-genießen.de

Von Melanie Frommelius, Volontärin beim Deutschen Tierschutzbund