Vegane Trends

Vegane Zahnpasta im Glas, Milch-Alternative aus Erbsen und Taschen aus recyceltem Autoschrott – die neusten Trends auf der VeggieWorld, Europas größter Messe rund um den pflanzlichen Lebensstil, bereichern die vegane Produktpalette erneut um Dinge, mit denen es möglich ist, die Welt ein bisschen besser zu machen.

Vielfältig, bunt und gut für den Planeten

Vielfältig, bunt und gut für den Planeten – so lässt sich nicht nur die vegane Lebensweise in Gänze, sondern auch ihre riesige Produktpalette beschreiben. Denn vegan leben heißt nicht nur, sich von tierischen Lebensmitteln zu verabschieden, sondern auch in anderen Bereichen nachhaltiger zu werden und mit dem eigenen Konsum Tiere, Natur und Umwelt zu schützen. Nicht verwunderlich also, dass das Thema Müll und Plastik – beziehungsweise dessen Vermeidung – ganz oben auf der Liste der Start Ups, Manufakturen und Unternehmen steht, die sich derzeit mit ihren Produkten auf der VeggieWorld präsentieren. Ob Bambusstrohhalme, Zahnpasta im Glas, „der letzte Seifenspender des Lebens“, weil dieser ebenfalls aus Glas und zudem nachfüllbar ist, oder festes Shampoo ohne Verpackung – all diese Produkte machen es im Alltag ganz einfach, den eigenen Verbrauch von Plastik zu reduzieren.

Zudem kommen die Seifen und Shampoos der Manufakturen natürlich ohne tierische Inhaltsstoffe, Palmöl, Silikone und künstliche Konservierungsstoffe aus und machen jeder und jedem damit ganz deutlich: Dem veganen, nachhaltigeren und plastikfreien Duschen, Baden und Haare waschen steht nichts mehr im Wege. Gleiches gilt für Taschen, Rucksäcke und Portemonnaies. Auch hierfür müssen heute keine Tiere mehr sterben und muss kein neuer Müll mehr produziert werden. Denn schon längst hat sich Kork als nachhaltige Lederalternative etabliert und auch Taschen und Jacken aus recycelten PET-Flaschen haben ihre Alltagstauglichkeit erwiesen. Und die VeggieWorld zeigt, Upcycling kann noch mehr: Rucksäcke aus Autoschrott, also Airbags, Sicherheitsgurten und Gurtschlössern – der Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Vegan schlemmen

Rund ums Essen stehen nach wie vor Alternativen zu den herkömmlichen tierischen Produkten wie Käse, Milch und Fleisch hoch im Kurs. Schließlich sind die meisten Menschen, die heute vegan leben, mit all diesen Lebensmitteln aufgewachsen und ihr Geschmack entsprechend sozialisiert – viele von ihnen möchten nicht auf ihr Käsebrot verzichten. Müssen sie auch nicht: Denn die bereits etablierten Käse-Alternativen auf der Basis von Cashewkernen schmecken nicht nur vorzüglich, sie bringen neben dem heute schon in nahezu jedem Supermarkt erhältlichen veganen Scheibenkäse, auch den Camembert zurück aufs Brot. Hinzu gesellen sich aktuell Drinks aus Erbsen und Frischkäse aus Lupinen. Der große Vorteil hier: Lupinen lassen sich ganz einfach in Deutschland anbauen und auch Erbsen sind Nutzpflanzen, die ohne Weiteres in Europa gedeihen – für Produkte wie diese fallen also kaum Transportwege an. 

Zusätzlich kommen die Besucher*innen der VeggieWorld vor allem in punkto Naschen auf ihre Kosten. Denn verschiedenste Schokoladensorten, Riegel, Chips sowie Trinkkakao, Limonaden, Wein und Schnaps – all das geht auch rein pflanzlich. Als Veganer*in lässt es sich jederzeit sündenhaft schlemmen. Apropos: Mit einer Mehlschwitze, aufgegossen mit Pflanzendrink, erweitert mit einer Reibekäse-Alternative und abgeschmeckt mit Salz, Kurkuma und Paprikapulver lässt sich eine leckere vegane Käsesoße für Nachos kreieren – dank dem Besuch der VeggieWorld ist auch der heimische Kinoabend gerettet.

Verena Jungbluth, Chefredakteurin | Leitung Veganismus beim Deutschen Tierschutzbund