Vegan grillen

Steigende Temperaturen läuten die Grillsaison ein – eine gute Gelegenheit, sich beim Gemüseeinkauf mal so richtig auszutoben.

Der Deutschen liebstes Hobby

Wenn die Tage wärmer und länger werden, holen wir ihn aus dem Keller oder Gartenhäuschen, um unser Essen unter freiem Himmel zu genießen – den Grill. Rund eine halbe Millionen Deutsche schmeißen ihren Grill mehr als einmal in der Woche an. Damit ist grillen als Freizeitbeschäftigung noch beliebter als zum Beispiel Fußball spielen oder wandern. 

Gegrillt wird überall, wo es erlaubt ist (oder auch nicht): auf Wiesen, an Flussufern, in Gärten und Parks. Über Heizstäben oder Holzkohle brutzeln jedoch in den meisten Fällen Steaks und Bratwürste – Teile von Tieren, die einmal gelebt, geatmet, gelitten haben. So gehen in Deutschland in einer Saison alleine über 41.000 Tonnen Geflügelfleisch für den Grill über die Ladentheken.

 

Gemüse auf dem Grill

Dabei gibt es so viele leckere Alternativen, die mindestens genauso gut schmecken und dabei noch gut für die Tiere, die Umwelt und das Klima sind. Das Klischee, dass sich Veganer*innen beim Grillabend mit grünem Salat und Baguette begnügen müssen, könnte unzutreffender nicht sein. Schon ein Blick über die Gemüsetheke im nächsten Supermarkt macht deutlich, wie bunt und vielfältig die Auswahl dort ist.

Auberginen, Zucchini, Champignons, Paprika, Fenchel, Spargel oder Brokkoli: So ziemlich jedes Gemüse, das in der Pfanne oder dem Backofen funktioniert, lässt sich auch auf dem Grill lecker zubereiten – bestimmt auch Dein Lieblingsgemüse. Wenn Du Zeit sparen möchtest, kannst Du festere Gemüsesorten wie Maiskolben oder Kartoffeln vorgaren, bevor Du sie auf den Rost legst. Kleinere Gemüsestücke, die durch die Stäbe fallen könnten, sind in einem Grillkorb sicher aufgehoben. Auch sehr wasserreiches Gemüse wie Tomaten kannst Du in einer Grillschale zubereiten, damit es saftig bleibt und nichts in die Glut tropft. Für einen intensiven Geschmack sorgen Marinaden – zum Beispiel aus einem hochwertigen Pflanzenöl, Pfeffer, Salz, etwas Zitronensaft und Kräutern wie Rosmarin, Thymian, Petersilie oder Basilikum. Ahornsirup verleiht dem Gemüse eine karamellartige Süße und Chiliflocken sorgen für Schärfe. Auch eine Marinade aus Olivenöl, Sojasauce, Tomatenmark, Paprikapulver und Salz schmeckt richtig gut. Hier kannst Du Dich ganz nach Deinem Geschmack austoben.

Alternativen zu Bratwurst und Co.

Darüber hinaus ist auch das Angebot an Alternativen auf Basis von Pflanzeneiweiß riesig und wächst beständig. Wer nicht auf seine Bratwurst oder seinen Burger verzichten will, wird in allen Supermärkten definitiv fündig. Verzehrfertige Produkte wie Sojawürstchen, Seitansteaks oder Dinkelburger können direkt auf den Grill. Du kannst Seitan oder Tofu aber auch ganz individuell mit Deiner Lieblingsmarinade zubereiten und zum Beispiel zusammen mit Gemüse wie Paprika und Zwiebeln am Spieß grillen.

 

Nachtisch vom Rost

Und selbst der vegane Nachtisch kommt vom Rost: Wassermelonen- oder Ananasscheiben lassen sich direkt, Erdbeeren besser am Spieß grillen. Auch Pfirsiche oder Birnen passen perfekt. Wenn Du es noch ein wenig süßer magst, kannst du eine Banane längs halbieren und Stückchen dunkler Schokolade in das Fruchtfleisch drücken. Nach ein paar Minuten über der Glut wird die Bananenschale ganz dunkel und die Schokolade schmilzt in der warmen Frucht.

Hast Du nun auch Lust aufs Grillen bekommen? Dann probiere doch auch mal den gegrillten Blumenkohl vom veganen Profikoch Sebastian Copien  aus. Wir wünschen Dir guten Appetit und eine leckere Grillsaison!

Von Stina Kaiser, Redakteurin mit Schwerpunkt Veganismus beim Deutschen Tierschutzbund