Steckbrief: Schafe

Wie leben Schafe in ihrer Herde? Wie pflanzen sie sich fort? Und von wem stammen sie ab? Antworten zu diesen Fragen findest Du im Steckbrief.

Ursprung

Schafe gehören zu den ersten Tieren der Geschichte, die vom Menschen domestiziert wurden. Sie entstanden vor ungefähr 11.000 Jahren aus dem Mufflon. Heute existieren ungefähr 20 Wildschafarten, beispielsweise das Schneeschaf, das Gobi-Wildschaf und das Kasachstan-Wildschaf sowie etwa 100 Rassen des Hausschafs. Wilde Mufflons leben in gebirgigen Landschaften, in von Menschen besiedelten Gebieten vorwiegend im Wald und an bestimmten Tageszeiten auch auf waldnahen Agrarflächen. Die Herden umfassen bis zu 100 Tiere und bestehen aus Weibchen mit ein bis zwei Lämmern. Böcke stoßen nur in der Paarungszeit dazu. Diese Mutterfamilienverbände besetzten traditionelle Territorien, die ihnen vertraut sind, teilweise über Generationen hinweg. Sie nutzten ihre Ortskenntnis und die Abgrenzung der Territorien, um Feinden aus dem Weg zu gehen. Zum Beispiel suchten sie Schutz in gebirgigem Gelände. Bei einem Ortswechsel laufen alle Tiere einer Herde hintereinander in einer langen Reihe. Dabei nutzen sie Geländeerhöhungen, um sich einen Überblick zu schaffen. Die heutige Verbreitung des Mufflons erstreckt sich über den Kaukasus, Anatolien, den Irak, den Iran, Elba, Zypern, Korsika und Sardinien. Durchschnittlich können Schafe zehn bis zwölf Jahre alt werden.

Sozialverhalten

Schafe sind soziale Herdentiere, die Gruppen und Hierarchien mit einem Leitschaf bilden. Männchen organisieren die Rangordnung basierend auf ihrem Alter, ihrer körperlichen Stärke und ihrer Fortpflanzungserfahrung. Weibchen ordnen sich in Abhängigkeit von Verwandtschaft und Alter in die Herde ein. Die Kommunikation findet über den Geruchssinn beziehungsweise Duftmarken, die sie setzen, und verschiedene Laute statt.

Bedürfnisse und Beschäftigung

Schafe haben kurze Schlafphasen von ungefähr 30 Minuten und verbringen die meiste Zeit mit der Nahrungsaufnahme. Sie bewohnen Bergregionen, aber als Wiederkäuer und reine Pflanzenfresser sind sie generell überall zu finden, wo niedriges Gras und Büsche wachsen.

 

Sinne

Schafe sind Fluchttiere mit guten Sinnesorganen. Durch die seitliche Positionierung der Augen haben die Tiere ein Sichtfeld von 270 bis 320 Grad und können sehen, was sich hinter ihnen abspielt, ohne den Kopf drehen zu müssen. Dabei helfen ihnen auch ihre waagerechten, langgezogenen Pupillen. Schafe sehen zwar sehr weit, aber nicht besonders scharf, weshalb sie sich oft erschrecken. Artgenossen erkennen sie nicht nur mit ihren Augen, sondern auch mithilfe ihres Geruchssinns. Ihr feiner Geschmackssinn hilft ihnen zudem dabei, giftige Pflanzen von essbaren zu unterscheiden. Mit der Erfahrung lernen sie, welche Kräuter oder Gräser ihnen schaden und speichern sich diese Erkenntnisse gut ab.

Fortpflanzung

Schafe wählen ihre Partner über sogenannte Pheromone aus, die diese abgeben. Wie bei vielen anderen Tieren spielen diese Duftstoffe auch bei Schafen eine wichtige Rolle. Ein typisches Sexualverhalten des Bockes ist das sogenannte Flehmen. Dabei kontrolliert er anhand des Uringeruchs den Zyklusstand des Weibchens. Steht es kurz vor dem Eisprung, verfolgt der Bock das Schaf und es kommt schließlich zum Deckakt.