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Betriebspersonal eines Schlachthofes bei der Reinigung

Wie Schlachthöfe unsere Ressourcen verschwenden

Die Fleischproduktion kostet nicht nur Leben, sondern auch Milliarden Liter Wasser. Eine gemeinsame Recherche von CORRECTIV und FragDenStaat zeigt, wie viel Deutschlands Schlachthöfe jährlich verbrauchen. Wir fassen zusammen, welche Auswirkungen die Schlachtung von Tieren hat und welchen Ausweg es gibt.

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Der Wasserverbrauch der Schlachthöfe

Die 45 größten Schlachthöfe Deutschlands verbrauchen jährlich mindestens 11,6 Milliarden Liter Wasser. Zum Vergleich: So viel Wasser beanspruchen pro Jahr rund 250.000 Menschen. Das haben das Recherchezentrum für investigativen Journalismus CORRECTIV und die Transparenzinitiative FragDenStaat in Kooperation aufgedeckt. Für die Recherche haben sie Landesumweltämter und Wasserversorger, die Schlachthöfe mit Wasser beliefern, kontaktiert. Obwohl sich nur 17 von 45 zurückgemeldet haben, sind die recherchierten Zahlen mehr als aussagekräftig. Jedoch ist die Gesamtzahlzahl aufgrund der fehlenden Rückmeldungen womöglich sogar noch höher.

An der Spitze steht der Tönnies-Betrieb in Rheda-Wiedenbrück mit rund zwei Milliarden Litern Wasserverbrauch pro Jahr. Laut FragDenStaat benötigen sechs der größten deutschen Schlachthöfe mehr Wasser als die Tesla-Gigafactory in Grünheide. Diese stand bereits in massiver Kritik für ihren schonungslosen Umgang mit einer unserer wichtigsten Ressourcen.

Wie kommt der Wasserverbrauch zustande?

Eine Schlachtung geht nie sauber vonstatten: Messer, Anlagen, Schlachträume – all das muss das Betriebspersonal nach der Tötung der Tiere reinigen. Auch im sogenannten Lebendtierbereich fällt viel Dreck an. Die noch lebenden Tiere müssen zum Schlachtunternehmen mit LKWs transportiert werden, die Mitarbeiter*innen müssen ihre Hände, Stiefel und alle verwendeten Utensilien gründlich säubern. Das ist in diesem Kontext wichtig, damit der Betrieb gewisse Hygieneanforderungen einhalten kann.

Grundsätzlich ist die Fleischproduktion ein gewaltiger Ressourcenfresser. Denn einem fertigen Stück Fleisch in der Supermarkttheke geht ein langer Herstellungsprozess voran, den die meisten Verbraucher*innen kaum erahnen können. Diese Produktion kostet die Tiere nicht nur ihr Leben, sondern auch Unmengen an Ressourcen. So verursachen der Anbau der Futtermittel sowie die Tierhaltung an sich bereits einen immensen Wasserverbrauch.

 

Der logische Ausweg

Hierzulande scheint das Wasser unendlich zu fließen. Doch in Zeiten des Klimawandels und wachsender Dürre hat diese Ressource einen besonders hohen Stellenwert. Sie sichert unser Überleben auf diesem Planeten und ist eines der höchsten Güter, die wir haben. Schon lange werden Bürger*innen dazu angehalten, im Haushalt sparsam mit Wasser umzugehen. Dabei geht die Rolle der Industrie gänzlich unter, schließlich fließen hier die Mengen, die einen wirklichen Unterschied machen. Ganz besonders drastisch zeichnet sich diese Entwicklung im sogenannten Schweinegürtel im Oldenburger Münsterland ab. Dort leben mehr Masttiere als Menschen und viele Schlachtbetriebe liegen nah beieinander. Der Grundwasserpegel ist in dieser Region besonders stark gesunken.

All das wäre nicht notwendig, wenn der Mensch kein Fleisch oder andere tierische Produkte verzehren würde. Denn im Durchschnitt beansprucht die vegane Lebensweise deutlich weniger Ressourcen als die omnivore Ernährungsweise, welche Tierprodukte miteinschließt. Aber: Die Forschungslage ist komplex und eindeutige Aussagen über den Wasserverbrauch verschiedener Ernährungsweisen lassen sich nicht treffen. Im Fokus sollten in dieser Debatte ohnehin stets die Tiere stehen. Allen voran sind sie es, die in diesem System leiden und sterben – und zwar mit Zustimmung von Politik und Wirtschaft. Denn Profit geht hier ganz klar über Tierrecht. Schon längst ist es an der Zeit, Lebewesen nicht länger als Ware und Ressourcen nicht länger als gegeben zu betrachten. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an alle Verbraucher*innen, ihre Ernährung tierfreundlich zu gestalten, und an die Politik, die Transformation der Landwirtschaft und des Ernährungssystems staatlich zu fördern.