Logo: Deutscher Tierschutzbund e.V.
Eine Seite zurück
Ein braunes Huhn

Der Fleischkonsum steigt

Nachdem der Fleischkonsum in den letzten Jahren rückläufig war, steigt er laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft seit 2022 wieder leicht an. Wir fassen die wichtigsten Zahlen für das Jahr 2024 zusammen.

eine Seite zurück

Menschen verzehren mehr Hühnerfleisch

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat Zahlen zu dem Pro-Kopf-Fleischverzehr in Deutschland für das Jahr 2024 veröffentlicht. Diese zeigen, dass der Konsum leicht auf 53,2 Kilogramm gestiegen ist. 2023 waren es noch 52,9 Kilogramm und 2022 52,8 Kilogramm. Erneut liegt der Verzehr von Schweinefleisch mit 28,4 Kilogramm pro Kopf vorn – dieser Wert hat sich allerdings kaum verändert. Das gilt auch für den Verzehr von Rind- und Kalbfleisch, der bei 9,3 Kilogramm pro Person liegt. Grund für den Anstieg des allgemeinen Pro-Kopf-Fleischverzehrs ist der Konsum von Hühnerfleisch, der von 13,1 auf 13,6 Kilogramm stieg. Insgesamt erhöhte sich der Fleischverzehr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent auf 4,44 Millionen Tonnen. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Berechnungsmethode sich ab 2022 geändert hat. Zum einen wurden die Zahlen rückwirkend an die neuen Bevölkerungszahlen der aktuellen Volkszählung angepasst. Zum anderen wurden 2022 neue Berechnungsmethoden eingeführt, die an die aktuellen wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst sind. Somit sind die Daten zum Pro-Kopf-Verzehr nicht mit den Werten vorangegangener Jahre vergleichbar. Das BZL mutmaßt, dass der im Vergleich zu 2023 moderate Verbraucher*innenpreisanstieg Grund für den Konsumanstieg sein könnte – Geflügelfelsich wurde in dem Jahr im Schnitt sogar günstiger als 2023 angeboten.

 

Ein Rückschritt für den Tierschutz

Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet die aktuellen Entwicklungen, zu denen auch die erhöhte Fleischproduktion gehört, mit Sorge. Die bisherigen rückläufigen Zahlen waren zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, gingen jedoch in die richtige Richtung. Auch wenn sie nun nur leicht steigen, bedeutet dies einen Rückschritt für den Tierschutz. Schon lange fordert der Verband einen Preisanstieg bei Fleisch und tierischen Produkte sowie die Erhöhung des vergünstigten Mehrwertsteuersatzes. Während Verbraucher*innen für pflanzliche Produkte den vollen Steuersatz von 19 Prozent zahlen müssen, da sie als verarbeitet gelten, müssen sie für tierische Produkte nur sieben Prozent zahlen. Der Staat sollte vegane Alternativen für Verbraucher*innen attraktiver machen, denn solange Fleisch, Milch, Eier und Co. weiterhin so günstig bleiben, wird sich das Konsumverhalten kaum verändern. Dennoch appelliert der Verband auch an die Bevölkerung, den eigenen Speiseplan unter die Lupe zu nehmen. Sowohl individuelle als auch staatliche Maßnahmen sind wichtige Zahnräder, die in Zusammenarbeit Fortschritte im Tierschutz in Gang setzen können.