Entdecke die Vielfalt von Tofu

Tofu hat viele Seiten und ist keineswegs eine langweilige Zutat, wie manche Menschen ihn noch immer schimpfen. Tatsächlich hat er eine lange Tradition und ist eines der facettenreichsten Produkte überhaupt.

Die meisten Menschen betrachten Tofu vor allem als ein Ersatzprodukt in der vegetarischen und veganen Ernährung. Tatsächlich ist er bei Veganer*innen sehr beliebt, doch seine Geschichte geht viele Jahrtausende zurück und findet ihre Wurzeln in Asien, wo er zum ersten Mal namentlich erwähnt wurde.

Die lange Geschichte des Tofus

Darüber, seit wann Tofu schon hergestellt wird, können wir nur spekulieren – erste Nennungen gab es in China vermutlich 965 n. Chr. Von dort aus verbreitete er sich in einige weitere Länder des asiatischen Kontinents und die Bevölkerung betrachtet ihn seitdem als Grundnahrungsmittel, das fester Bestandteil der unterschiedlichen traditionellen Gerichte ist. Aus diesem Grund können wir ihn auch völlig selbstverständlich auf den Speisekarten von chinesischen, japanischen, vietnamesischen und vielen weiteren asiatischen Restaurants entdecken.

 

 

Tofu wird aus Sojadrink hergestellt, indem dieser zum Gerinnen gebracht wird. Der Prozess ähnelt der Herstellung von herkömmlichem Quark und Käse, weshalb das Sojaprodukt früher auch als Bohnenkäse bezeichnet wurde. Durch Gerinnungsmittel wie beispielsweise Zitronensäure entstehen während der Produktion weiche Flocken, die die Hersteller*innen abschöpfen und schließlich zu einem festen Block pressen. So bringen sie den Tofu in die Form, die wir aus dem Bio- und Supermarkt kennen.

Die vegane Ernährungsweise verleiht dem Tofu nun eine völlig neue Identität: Dort findet er sich in neuen und innovativen Zubereitungsarten wieder, die seine traditionellen Schöpfer*innen womöglich erstaunen würden. Im Gegensatz zu der Meinung, Naturtofu schmecke fade und langweilig, ist eben diese neutrale Note seine Stärke. Schließlich kannst Du ihn so marinieren, würzen und sogar panieren, wie es Dir beliebt und dabei sogar seine Konsistenz auswählen und beeinflussen.

 

So vielseitig ist Tofu

Gab es in Geschäften vor einigen Jahren nur feste Tofublöcke, so hat sich die Auswahl bis heute vervielfacht. Jede*r hat andere Vorlieben und so findest Du zum Glück ganz leicht die Sorte, die Dir am besten schmeckt – das variiert natürlich auch von Gericht zu Gericht. Fester Tofu ist der Klassiker, doch auch in diesem Segment unterscheidet sich die Konsistenz. Magst Du einen festen Biss, so kannst Du beim Draufdrücken schon feststellen, ob er sich eher wie ein Schwamm anfühlt oder härter ist. Möchtest Du eine zarte Konsistenz erzielen, so ist die luftig-weiche Variante das Richtige. Im Kühlregal direkt daneben findest Du Räuchertofu, den geschmacksintensiveren Nachbarn des Naturtofus. Er schmeckt so intensiv, dass Du ihn sogar pur verzehren oder nur kurz anbraten kannst, um Dein Gericht aufzupeppen. Seidentofu hingegen hat eine puddingartige Konsistenz und ist wegen seines neutralen Geschmacks für Dessert besonders gut geeignet. Daneben reihen sich bereits fertig marinierte Varianten, die Du als Beilage anbraten kannst.

 

Tofu für alle Lebenslagen

Ob beim Frühstück, Mittag- oder Abendessen, selbst in Desserts kann Tofu wahre Wunder vollbringen und sich in die verschiedensten Formen verwandeln. Der perfekte kulinarische Start in den Tag ist Rührtofu, in dem Du alle Varianten vereinen kannst: Naturtofu als Basis, Räuchertofu für den extra würzigen Geschmack und Seidentofu für die weiche Konsistenz. Fügst Du noch Tomaten, Champignons oder Spinat sowie Kala Namak hinzu, dann ist Dein Frühstück fertig. Ein ausführliches Rezept findest Du hier. Auch vegane Omelettes oder Frühstücksmuffins kannst Du mithilfe von Tofu spielend leicht herbeizaubern.

Räuchertofu hat ganz besondere Talente: Wenn Du ihn fein würfelst, optional in Liquid Smoke (auch Flüssigrauch genannt) schwenkst und schließlich anbrätst, ist er der perfekte pflanzliche Ersatz für Speckwürfel. Auch pur erinnert er geschmacklich schon an das tierische Pendant. So kannst Du zum Mittag- oder Abendessen zum Beispiel ganz einfach Spaghetti Carbonara veganisieren. Im Gegenzug dazu schmeckt Naturtofu zwar neutral, lässt Dir aber dafür noch mehr kreative Freiheit, da Du ihn marinieren und würzen kannst, wie es Dir beliebt. Legst Du ihn beispielsweise in Noriblätter und Apfelessig ein, nimmt er einen fischigen Geschmack an. Wende ihn anschließend in einem Bierteig und brate ihn an – fertig ist Dein veganer Back„fisch“.

 

 

Soll Dein Tofu besonders viel Deiner Marinade aufnehmen, kannst Du ihn vorab über Nacht einfrieren und anschließend vollständig auftauen lassen. Danach drückst Du ihn kräftig mithilfe eines sauberen Handtuchs oder einer speziellen Tofupresse aus – auch ein Stapel schwerer Bücher eignet sich hier – sodass er einen Großteil seiner Flüssigkeit verliert. Nun verhält er sich wie ein Schwamm, der Sojasauce sowie Gewürze wie Paprikapulver, Curry, Salz und Pfeffer aufnimmt. Bedeckst Du ihn zusätzlich mit Maisstärke, wird er beim Anbraten von außen kross, während er innen zart bleibt.

Auch Seidentofu ist ein Star – sowohl in der herzhaften als auch in der süßen Küche. So kannst Du ihn für Quiche oder Saucen verwenden, doch vor allem Desserts gelingen Dir damit wunderbar. Hier sind Deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt: Du kannst ihn in Klassikern wie Tiramisu und Mousse au Chocolat verwenden oder Dir ganz eigene Kreationen überlegen. Aufgrund seines neutralen Geschmacks kannst Du ihm jeden Geschmack verleihen, den Du gerne magst – ob Beere, Vanille oder Zimt. Probiere doch mal unser Rezept für Himbeer-Tofu-Creme mit Popcorn aus.

Tofu ist gut für Dich und die Tiere

Nicht nur kulinarisch bereichert dieser kleine Block Dein Leben, sondern hilft Dir auch dabei, Dich tierfreundlich zu ernähren. Tofu macht es noch leichter, vielfältige Rezepte zu finden, die gänzlich ohne tierische Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier auskommen. Für Tofu muss kein Tier leiden und aufgrund seines Facettenreichtums kannst Du ihn so in Deinen Alltag einplanen, wie es Dir passt – ob schnelle oder aufwendige Gerichte. Wenn Du Dich noch weiter darüber informieren möchtest, wie Du tierische Produkte mit Tofu oder anderen Produkten ersetzen kannst, dann findest Du viele Tipps auf unserer Seite mit veganen Ersatzprodukten, auf unserer Rezeptseite und auf www.tierschutz-genießen.de.

 

Von Melanie Frommelius, Volontärin beim Deutschen Tierschutzbund