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Pflanzendrink in einer Tase neben diversen Samen und Nüssen

DGE: Neues Positionspapier zu Pflanzendrinks

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat ein neues Positionspapier zum Vergleich zwischen Kuhmilch und Pflanzendrinks veröffentlicht. Wir fassen die wichtigsten Fakten zusammen.

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Der Konsum von Kuhmilch ist in Deutschland so niedrig wie seit über 30 Jahren nicht mehr. Nun erkennt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) an, dass immer mehr Menschen zu pflanzlichen Alternativen greifen. Nachdem die Fachgesellschaft in diesem Jahr ein neues Positionspapier für vegane Ernährung veröffentlicht hat, liegt der Fokus der neuen Publikation auf dem Vergleich zwischen Kuhmilch und Pflanzendrinks. Hier beleuchtet die DGE vor allem die Faktoren Gesundheit und Umwelt, aber auch das Thema Tierwohl spielt eine Rolle.

 

Pflanzendrinks: Gesundheit und Umwelt

Offiziell empfiehlt die DGE den täglichen Verzehr von Kuhmilchprodukten. Nun erweitert die Fachgesellschaft diese Empfehlung und befürwortet „für Personen, die geringere Mengen oder keine Kuhmilch(-produkte) verzehren, oder für einen Verzehr über die empfohlene Menge hinaus“ die Verwendung von pflanzlichen Milchalternativen. Der Text weist darauf hin, dass der direkte Vergleich hinsichtlich gesundheitlicher Aspekte schwierig ist, weil die Vielfalt an Pflanzendrinks so groß ist. Zum Beispiel gibt es Pflanzendrinks auf Basis von Soja, Hafer, Mandel, Dinkel, Erbsen, Kokos, Reis und Haselnüssen. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Nährstoffe. Die Fachgesellschaft stellt heraus, dass pflanzliche Alternativen je nach Rohstoff gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe oder Ballaststoffe beinhalten, über die Kuhmilch nicht oder nur kaum verfügt. Außerdem enthalten sie kein Cholesterol, und vor allem Alternativen aus Samen und Nüssen liefern mehr ungesättigte Fettsäuren als Kuhmilch. Die DGE betont, dass Konsument*innen Alternativen auswählen sollten, die mit essenziellen Nährstoffen, insbesondere Calcium, Jod, Vitamin B12 und Riboflavin, angereichert sind. Da die Pflanzendrinks in ihrer Herstellung so unterschiedlich sind, lassen sich laut der DGE auch in Bezug auf Umweltfaktoren keine einheitlichen Aussagen tätigen. Das neue Positionspapier stellt allerdings heraus, „dass pflanzliche Milchalternativen insgesamt eine geringere Umweltbelastung im Vergleich zu Kuhmilch aufweisen“.

Pflanzendrinks: Für die Tiere

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt, dass die DGE den Konsum von Pflanzendrinks mit seinem neuen Positionspapier normalisiert und auch darauf hinweist, dass die Herstellung von Kuhmilch erhebliches Tierleid verursacht. Laut der Fachgesellschaft sei es wichtig, „informierte Entscheidungen“ zu treffen. Konkret nennt die Publikation unterschiedliche Haltungsformen, die „mehr oder weniger Tierwohl gewährleisten“. Es gelte, „eine transparente Information über die Bedingungen bei der Erzeugung“ bei der Auswahl der Kuhmilch zu erhalten. Doch die Gesellschaft hebt ebenso hervor, dass die Haltungsform nicht automatisch „ein ausreichendes Tierwohl“ sicherstellt. Aus Tierschutzsicht ist die vegane Lebensweise der konsequenteste Weg, um sich für Milchkühe einzusetzen. Sie nicht mehr für die Produktion von Kuhmilch zu nutzen, ist angesichts der großen Bandbreite an Alternativen nicht nur leicht umsetzbar, sondern auch am tierfreundlichsten. Umfassende Informationen zum Thema Kuhmilch und ihre Auswirkungen auf Tier und Umwelt gibt es auf unserer Themenseite.