Das Leid hinter dem Wildfang
Am 28. März 2026 jährt sich der World Day for the End of Fishing zum zehnten Mal. Von dem Schweizer Verein Pour L’Égalité Animale ins Leben gerufen, rufen zahlreiche Tierschutzorganisationen jährlich zu dem Ende der Fischerei und der Aquakultur auf. Denn für den menschlichen Konsum leiden und sterben jährlich Schätzungen zufolge ungefähr 200 Millionen Tonnen Fische, Krebstiere und Kopffüßer. Tiere, die versehentlich in den Netzen landen, sind hier noch nicht eingerechnet. Fangflotten verfolgen die Fische oft stundenlang mit riesigen Netzen, was die Tiere außerordentlich stresst und erschöpft. Nicht selten werden sie bereits im Netz zerquetscht oder schwer verletzt. Ein Großteil stirbt jedoch an Bord, beispielsweise indem die Fische ersticken, das Personal sie ohne vorherige Betäubung auf Eis lagert oder ihre Kiemen bei vollem Bewusstsein durchschneidet.
Nicht nur auf die einzelnen Tiere, auch auf das gesamte Ökosystem wirkt sich die Gier nach Meerestieren negativ aus. Viele Gewässer sind bereits überfischt und wenn einzelne Arten fehlen, beeinflusst das auch die Nahrungskette anderer Tiere. Nicht zuletzt sorgen hoch bedenkliche Fischereimethoden wie etwa der Einsatz von Schleppnetzen für die Zerstörung des Meeresbodens. Zusätzlich beansprucht diese Praxis viel Treibstoff und setzt große Mengen an CO₂ frei. Oft landen außerdem unbeabsichtigt Tiere im Netz, die nicht gefangen werden sollten. Zu dem sogenannten Beifang gehören beispielsweise Wale, Delfine, Schildkröten, Rochen oder Seevögel. Diese Tiere sterben oder verletzen sich dabei häufig und werden einfach wieder zurück in das Meer geworfen. Siegel für nachhaltigen Fischfang versprechen Orientierung, sind allerdings keine ausreichenden Wegweiser und oft trügerisch. Sie zertifizieren teilweise fragwürdige Fangmethoden oder sogar Produkte von Fischarten, deren Bestände als überfischt gelten.
Eingesperrt in der Aquakultur
Als vermeintliche Lösung für die Problematik hinter der Überfischung setzt die Aquakultur an und verkauft sich als nachhaltige Lösung. Fische werden hier in riesigen Becken, Netzkäfigen im offenen Meer oder in Teichen gezüchtet. Die Fische erkranken oft, bekommen Parasiten, werden aufgrund der extremen Enge von anderen Fischen verletzt und leiden unter dem Mangel an Beschäftigungen.
Zudem sind viele in Aquakultur gehaltene Fische karnivor: Für die Zucht von Lachsen beispielsweise heizt die Industrie die Überfischung der Meere weiter an, da kleine Fischarten zur Herstellung von Fischmehl benötigt werden. Dieses dient den Lachsen schließlich als Futter. Das bedeutet nicht nur zusätzliches Tierleid, sondern ist auch alles andere als nachhaltig. Jedes Jahr werden ca. 20 Millionen Tonnen Wildfische zu Fischmehl und -öl verarbeitet. Somit übt der Aquakultursektor zusätzlichen Druck auf Wildfischbestände aus, anstatt diese zu entlasten.
Veganer „Fisch“ als Alternative
Fische sind für uns im Alltag unsichtbar, sie leben in Gewässern und wir begegnen ihnen fast nie. Zudem unterscheiden sie sich von uns und anderen Säugetieren extrem. Das macht es für den Menschen leicht, ihnen jegliches Empfindungs- und Schmerzvermögen oder sogar das Recht auf ein Leben abzusprechen. Dabei sind Fische und andere Meerestiere Lebewesen, die Schmerzen spüren und ihren Bedürfnissen nachgehen möchten. Egal ob beim Fang oder in der Zucht – Fische werden oft auf qualvolle Weise getötet, weil sie für viele Menschen nicht mehr sind als das Lachs-, Thunfisch- oder Forellenfilet auf dem Teller.
Es ist an der Zeit, alle Wasserlebewesen als Individuen zu betrachten, die nicht für unseren Konsum leben. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich mit seiner Arbeit dafür ein, allen Tieren eine Stimme zu geben und ruft anlässlich des World Day for the End of Fishing dazu auf, keinen Fisch mehr zu verzehren und stattdessen auf vegane Alternativen zu setzen. Ob selbst zubereitet oder fertig im Supermarkt – die Auswahl ist mittlerweile äußerst groß. So eignen sich zum Beispiel Algen in verschiedenen Formen als Gewürz oder Zutat, da sie den typischen „fischigen” Geschmack bieten. Auf unserer Webseite sind zahlreiche vegane Rezepte mit Seafood-Alternativen und Tipps zu Ersatzprodukten zu finden. Wer die Tiere besser kennenlernen möchte, kann auf unseren Tierseiten zu Fischen und Krebstieren ausführliche Porträts und interessante Fakten entdecken